Köpfe

Eine Mittelstands-CEO über Nachfolge und Loslassen

„Wer übergeben will, muss früher anfangen, als ihm lieb ist.“ Ein Gespräch über den schwierigsten Schritt im Unternehmerleben.

Porträt von Felix Morgenstern Felix Morgenstern
08.10.2026
1 Min. Lesezeit
Porträt einer lächelnden Frau

Sie hat das Familienunternehmen in zweiter Generation übernommen und bereitet nun die Übergabe an die nächste Führung vor. Ein Gespräch über Timing, Vertrauen und die Kunst, loszulassen.

Wann haben Sie angefangen, über Nachfolge nachzudenken?

Viel zu spät, wenn ich ehrlich bin. Man denkt immer, es sei noch Zeit. Dabei braucht eine gute Nachfolge fünf bis zehn Jahre: Menschen müssen wachsen, Strukturen sich verändern, und man selbst muss lernen, Entscheidungen abzugeben.

Was war der schwierigste Moment?

Der Tag, an dem ich gemerkt habe, dass ich im Weg stehe. Mein Team hat mich weiterhin gefragt, weil ich immer erreichbar war. Erst als ich bewusst Bereiche abgegeben habe, konnten andere Verantwortung übernehmen.

Wer übergeben will, muss früher anfangen, als ihm lieb ist.

Familie oder extern?

Das ist keine Frage der Herkunft, sondern der Eignung. Wir haben beide Wege geprüft und uns für eine Kombination entschieden: operative Führung extern, Gesellschafterrolle in der Familie.

Ihr Rat an andere?

Fangen Sie heute an. Sprechen Sie offen über Ihre Pläne und holen Sie sich Begleitung von außen. Nachfolge ist kein Ereignis, sondern ein Prozess.

Porträt von Felix Morgenstern
Geschrieben von

Felix Morgenstern

Felix Morgenstern führt die Interviews und Porträts im Ressort Köpfe. Er spricht mit Menschen, die führen, gründen und verändern, und fragt nach, wo andere aufhören.

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